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005 – Reale Schulangst ablegen

Für viele Kinder ist die Schule ein Ort der Angst. Sie haben Angst vor Klassenkameraden, Angst vor Klassenarbeiten, Angst vor Lehrern, Angst sich zu melden, Angst etwas Vorzutragen, Angst etwas Falsches zu sagen, Angst sich zu blamieren usw.
Es wird viel von den Kindern erwartet. Die Noten müssen gut sein, der Schulbesuch soll konfliktfrei ablaufen. Doch gehen diese Erwartungshaltungen immer auf?

Das wichtigste bei Schulängsten ist, dass das Kind in seiner Angst gesehen wird und ernst genommen wird. Damit ist der erste Schritt der Angstbewältigung vollzogen. Wir, damit meine ich alle Bezugspersonen von Kindern, müssen unseren Kindern helfen, nach Wegen zu suchen, wie sie zunächst trotz ihrer Angst und mit ihrer Angst bestehen können. Wir sollten keine Schuld bei anderen suchen, wenn das Kind ängstlich ist, sondern uns in Geduld üben, Rückschläge verkraften können und täglich eine neue Chance wittern. Denn was uns gestern nicht gelungen ist, kann heute gut gelingen, indem man mal etwas anders macht als sonst.

Wie kann man dem Kind nun helfen?

  • Das Kind darf kurzfristig lernen, seine Angst anzunehmen, dadurch den Sinn der Angst zu durchblicken und seine Kontrolle über die Schulangst-Situation wieder zu erlangen.
  • Mittelfristig darf das Kind lernen die Angst total auszuschalten, die es mit der Angstsituation verbindet. „Es soll sozusagen mit der Angst tanzen“! Dadurch werden andere Energien frei und eigene Ressourcen erkannt.
  • Langfristig darf das Kind diesen Angstsituationen positiv gegenüberstehen, bzw. die Situation als positive Herausforderung sehen.


Was kann ich als Mutter oder Vater tun?
Kreiert doch einfach mal für euer Kind eine Phantasiereise zum Angstabbau. Was ist denn genau eine Phantasiereise? Der Begriff Phantasiereise wird für verschiedene Formen von Vorstellungsübungen verwendet. Das Wort „Phantasie“ verweist auf die Vorstellungswelt und das Wort „ Reise“ auf den Weg dorthin, auf den Aufenthalt in der Innenwelt und den Weg wieder zurück. Aus diesem Grund eignen sich Phantasiereisen ganz besonders für die Entspannung und gleichzeitig bauen sie auch Ängste ab und stärken das Selbstvertrauen. Durch die Entspannung während der Reise erreicht man den Alphazustand, das bedeutet die Gehirnwellen verlangsamen sich. In diesem Zustand können wir sinnvoll einen Text in Form von Bildersprache vermitteln. Eine Phantasiereise besteht aus vier Elementen:

  • Anleitung in die Entspannung
  • Positive Vorstellungsbilder als Text
  • Rückführung aus der Entspannung
  • Reflexion Feedback

Hier nun meine Beispiel- Phantasiereise speziell für das Thema Angst:
Dein Kind sitzt oder liegt ganz bequem. Du erklärst deinem Kind, mit ganz ruhiger Stimme, dass du es jetzt stärken möchtest, dass es dadurch mit seiner Angst besser klar kommt, bzw. neue Ideen kommen können, wie es mit seiner Angst umgehen kann.

„Du liegst oder sitzt nun ganz ruhig da…..
wenn du es möchtest dann schließe deine Augen das hilft dir dich viel besser auf deine inneren Bilder einzulassen……….
du bist nun ganz ruhig……….deine Atmung ist ganz ruhig……… dein Körper ganz schwer und warm………
erinnere dich nun an das Ereignis das dir Angst macht……
lass die Situation wie einen Film vor dir ablaufen………
stell dir vor du sitzt im Kino………… du siehst den Film an………
du bist der Hauptdarsteller…….. in dem Film……..meine Angst…….
beantworte dir nun im Geiste diese folgenden Fragen…….
überprüfe nun genau was du siehst………
ist es ein Film, oder nur ein Bild…..
ist es farbig oder schwarzweiß……..
ist es hell oder dunkel…….
scharf oder unscharf…..
was hörst du…….sind es Stimmen, Geräusche oder was…….ist es laut….. aus welcher Richtung kommt es…….
wie fühlst du dich jetzt……….
wo im Körper spürst du was……..
wo sitzt deine Angst…….
riechst oder schmeckst du etwas……

kurze Pause

Schwebe nun aus deinen Körper heraus und werde dein eigener Beobachter…….begebe dich in den Vorführraum des Kinos……
Du kannst dich nun zweimal sehen…. einmal auf der Leinwand im Film….. und noch einmal siehst du dich im Zuschauerraum sitzen……
du siehst immer noch den Film …….meine Angst…..
wie fühlst du dich jetzt ……. mit noch etwas mehr Abstand……
haben sich deine Empfindungen und Einstellungen geändert…..
was ist jetzt aus der Angst geworden…..

kurze Pause

Mache nun den Abstand zur Kinoleinwand größer……
wie fühlt sich nun deine Angst an…..was ist mit der Angst…..
gib dem Film auf der Leinwand einen weißen Rahmen…..was macht das mit deiner Angst….
wie fühlst du dich jetzt…..was hat sich geändert…..

kurze Pause

lass zwischen dir und der Leinwand eine dicke aber durchsichtige Glasscheibe herunter…..
was genau ändert sich nun…. was fühlst du…..was macht deine Angst…..
so du löst dich so langsam wieder von deiner Reise……..
du kommst nun langsam wieder zurück ins Hier und Jetzt…..
lass dir Zeit…….recke und strecke dich ausgiebig……nun ein paar kräftige Atemzüge……
und schon bist du wieder hier…………

Feedback:
Frage dein Kind was es alles erlebt hat wer und was war auf dem Bildschirm, was hat sich verändert, was genau ist passiert, wie fühlst du dich jetzt………

Erkläre deinem Kind, dass es jederzeit seine Gedanken zu seiner Angstsituation verändern kann, indem es immer wieder die Kinoleinwand in Gedanken hervorholen kann und seinen eigenen Film so verändern darf, dass es ein schönes Ende gibt.

Fazit:
Die Gedanken bestimmen unsere Emotionen, die Emotionen unsere Handlung und die Handlung bringt dann das entsprechende Ergebnis.

Wenn wir lernen unsere Gedanken zielgerecht zu steuern haben wir auch andere Ergebnisse.

Weitere Fragen beantworte ich gerne in meiner Praxis oder per E-Mail.

Bitte melde dich über mein Kontaktformular hier auf meiner Website.

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